Blutzucker

Was ist Blutzucker?

Blutzucker ist chemisch gesehen nicht irgendein Zucker, sondern ein ganz bestimmter, nämlich Glucose (=Traubenzucker). Natürlich gibt es im Blut noch viele andere Zuckerarten in kleiner Menge, aber in der üblichen Betrachtungsweise versteht man unter Blutzucker immer die Glucose im Blut. Daher: Blutzucker = Blutglucose.

Der Name Glucose kommt vom griechischen Wort für "süß", glykos. 

Wozu brauchen wir Blutzucker (Glucose)?

Der Zucker im Blut ist der wichtigste Energieträger für unsere Zellen. Sie nehmen Zucker aus dem Blut auf und "verbrennen" ihn, meist zu CO2 und Wasser. Dabei entsteht Energie, die für viele Vorgänge in den Zellen notwendig ist.

Woher kommt der Blutzucker (die Glucose)?

  • Aus der Nahrung
    Wir essen zwar meist nicht viel Traubenzucker, aber wir essen "normalen" Zucker, Milchzucker und Stärke (Mehl, Kartoffelstärke,..). In all diesen Kohlenhydraten ist Glucose enthalten. Bei der Verdauung wird sie frei und ins Blut aufgenommen. Aber auch andere Zuckerarten in der Nahrung (Fruchtzucker, Galaktose) wandelt unser Stoffwechsel (vor allem in der Leber) rasch in die für alle Zellen brauchbare Glucose um.
  • Aus Glucosespeichern (Glykogen)
    Wir können nicht die ganze Zeit essen, trotzdem darf unser Blutzuckerspiegel nicht zu stark abfallen. Dazu wird Glucose vor allem in der Leber und im Muskel in der Form von Glykogen gespeichert. Glykogen ist  eine Speicherform der Glucose. Haben wir nach dem Essen einen Blutzuckerüberschuss, wird Glykogen aufgebaut. Haben wir zwischen den Mahlzeiten oder durch Aktivität einen Bedarf an Glucose, wird Glykogen wieder abgebaut, und Glucose wird frei. Dies ist einer der Mechanismen, mit denen der Blutzuckerspiegel reguliert wird.
  • Aufbrauch von Reserven
    Die Glykogen-Speicher reichen nur für 12 bis 24h. Nehmen wir über längere Zeit zuwenig Nahrung zu uns, dann wird auch Fett und Eiweiß abgebaut. Sowohl aus Fett als auch aus Eiweiß kann unser Körper kleinere Mengen von Glucose herstellen.

Wer reguliert den Blutzuckerspiegel?

  • Das Hormon Insulin
    Insulin ist das wichtigste Hormon der Blutzuckerregulation. In der Summe wirkt es stark blutzuckersenkend. Es wird auch als das Hormon der Energiespeicherung bezeichnet.
    • Insulin fördert den Einstrom von Glucose in die Zellen (vor allem in Fett und Muskelgewebe). Folge: Der Blutzuckerspiegel sinkt (das kann sehr rasch gehen - Minuten).
    • Insulin fördert den Aufbau des Glucosespeichers Glykogen (vor allem in Leber und Muskel).
    • Insulin hemmt den Aufbau von Glucose aus Eiweiß-Bruchstücken (das ist die sog. Gluconeogenese aus Aminosäuren).
    • Insulin fördert den Fettaufbau (u.a. aus Zucker)